Eddy und die Region Homburg-Saarpfalz. Eine Allianz für Arbeitnehmerrechte. rund 5 Jahrzehnte für die Mitbestimmung

 


Interview mit Eddy Glass zum Abschluss seines Praktikums bei der IG Metall Homburg-Saarpfalz

IG Metall:
Lieber Eddy, nun endet dein viermonatiges Praktikum bei der IG Metall Homburg-Saarpfalz. Was hat dich dazu bewogen, dieses Praktikum zu machen?

Eddy Glass:
Die Grundidee kam eigentlich von Salva. Nach den Betriebsratswahlen bei Tadano und der Neuaufstellung unseres Gremiums habe ich mir gedacht: So ein Praktikum bei der IG Metall zum Ende meiner beruflichen Laufbahn kann nur hilfreich sein. Ich wollte neue Perspektiven gewinnen, Einblicke in andere Betriebe und Themenfelder erhalten und gleichzeitig dazu beitragen, dem neuen Betriebsrat bei Tadano den Einstieg zu erleichtern. Manchmal ist es eben auch gut, wenn „der Alte“ nicht ständig noch durch die Gegend läuft. (lacht)


IG Metall:
Du bist in der Region vor allem als langjähriger Betriebsratsvorsitzender bei Tadano bekannt. Jetzt warst du in einer ganz anderen Rolle unterwegs. Wie wurdest du aufgenommen?

Eddy Glass:
Ich hatte nie das Gefühl, dass ich erst irgendwo ankommen musste. Alle Menschen, mit denen ich zu tun hatte, haben mich von Anfang an so angenommen, wie ich bin. Das gesamte Team der IG Metall Homburg-Saarpfalz, unsere Funktionärinnen und Funktionäre sowie die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben: Mit allen konnte ich hervorragend zusammenarbeiten.

Nach mittlerweile 48 Jahren Engagement für die IG Metall war für mich vieles vertraut. Natürlich hat sich die Perspektive verändert, aber es fühlte sich weniger wie ein Neustart an, sondern eher wie ein Heimkommen.


IG Metall:
Wenn du auf die vergangenen vier Monate zurückblickst: Welche Erkenntnisse oder Highlights nimmst du mit?

Eddy Glass:
Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich wir als Geschäftsstelle auch Betriebe in anderen Regionen unterstützen konnten, etwa bei Auseinandersetzungen oder Arbeitskampfmaßnahmen.

Spannend waren für mich auch die Schulungen zum Thema Arbeitskampf. Gemeinsam mit Salva war ich bei den Trainees der IG Metall unterwegs und konnte dort Erfahrungen aus unserem Arbeitskampf bei Tadano weitergeben. Auch bei Veranstaltungen mit Peter durfte ich über diese Erfahrungen berichten.

Darüber hinaus habe ich einen noch tieferen Einblick in die Betriebslandschaft unserer Region erhalten. Ich war unter anderem bei Bosch, WireCo, Kubota, Loacker, John Deere, Pallmann und Gerlach unterwegs. Viele Kolleginnen und Kollegen kannte ich bereits aus meiner Arbeit im Ortsvorstand, dennoch war es interessant, die Betriebe aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Besonders gefreut hat mich, dass ich auch viele ehemalige Tadano-Kolleginnen und -Kollegen wiedergetroffen habe – diesmal in meiner Rolle als „Hilfssekretär“.

Auch die Teilnahme an Betriebsversammlungen sowie mein Einsatz als Referent in unserer Schulungsreihe „BR-Management“ haben mir viel Freude gemacht.

Ein weiteres Highlight war zum Ende meines Praktikums die Unterstützung des neu gewählten Betriebsrats bei WDI in Ixheim. Dort hat sich ein engagiertes Gremium gefunden, das mit viel Herzblut an die Arbeit geht. Wenn man in so einer Situation seine eigenen Erfahrungen weitergeben und unterstützen kann, dann ist das etwas sehr Wertvolles.


IG Metall:
Du zeichnest ein durchweg positives Bild. Gab es auch etwas, das einfacher hätte sein können?

Eddy Glass:
Nein, eigentlich nicht. Wobei ich mich zu Beginn schon erst einmal mit einigen Dingen anfreunden musste, die bisher nicht unbedingt zu meinem Alltag gehört haben: Software, Computer, Smartphone und all die dazugehörigen Anwendungen. Wenn dann Updates laufen und man mit Servicetechnikern telefonieren muss, verlässt man schon mal seine Komfortzone.

Aber das gehört heute eben dazu. Und eines kann ich nach diesen vier Monaten ganz klar sagen: Die Geschäftsstelle ist hervorragend aufgestellt. Unsere Betriebe werden engagiert und kompetent betreut und erhalten eine starke Unterstützung durch das gesamte Team.

Ein weiteres schönes Erlebnis war die Eröffnung unseres Büros in Pirmasens. Dort konnte ich viele interessante Gespräche führen und habe eine große Zustimmung für unseren Weg erlebt, mit einem eigenen Büro vor Ort noch näher an den Menschen und Betrieben zu sein.


IG Metall:
Sehr schön. Und was macht der Mensch Eddy Glass ab dem 1. August?

Eddy Glass:
Zunächst einmal mache ich vier Wochen Urlaub. Ein paar Familientermine stehen schon fest, aber danach möchte ich gemeinsam mit meiner Frau Maria einige Kurztrips mit unserem VW-Bus unternehmen. Der braucht schließlich auch mal etwas Zuwendung.

Und dann wollen wir einfach das tun, wofür im Berufsleben oft zu wenig Zeit bleibt: unterwegs sein, Neues entdecken und die Freiheit genießen. Korsika steht dabei ganz oben auf der Wunschliste. Diesmal aber nicht nur für zwei Wochen, sondern gerne etwas länger. Die Zeit dafür habe ich jetzt ja. (lacht)


IG Metall:
Lieber Eddy, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir für deinen neuen Lebensabschnitt alles Gute, viele schöne Reisen und freuen uns darauf, dir auch weiterhin in der IG Metall zu begegnen.

 

(Das Interview führte Michael Knopp)

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